Sonntag, 20. Juni 2010
Offizial Finisher
.. so steht es auf meiner Medaille, die ich gestern im Hafen von Annapolis umgehängt bekommen habe.

Ich habe es tatsächlich geschafft!
- 7 Tage - 6 Stunden und 50 Minuten -
so ist unsere offizielle Zeitmessung.

Mein Team und ich sind mit dieser Leistung sehr zufrieden.

Und die Erkenntnisse???
Wieder machen - eher nicht. Es gibt Dinge die werden beim zweiten mal nur anders - nicht besser.

Ich bin zufrieden. Meine amateurhafte Vorbereitung hat geholfen. Mein Körper hat gut durchgehalten. Heute etwas schwere Beine - eine kleine sensibele Stelle im Po-Bereich - das wars. Der Magen hat mitgespielt, etwas Fett wurde wohl noch verbrannt (schade, dass ich keine Waage habe)
Der Kopf war und ist o.K. (was auch immer das bei mir heiißt)

Der Weg ist das Ziel. Ich habe es wohl nicht für die Medaille gemacht. Der Weg - der ganze Prozess der Entscheidungsfindung, der Vorbereitung und dann der Durchführung, sind das Wertvolle für mich. Mental und Körperlich.

Die meisten von euch könnten das auch - wenn sie wollen. Ob man wollen soll? Da muss jeder seinen Weg suchen.

Ich schließe diesen Blog und sage Dank an Alle, die Ihren Beitrag zu diesem Abenteuer geleistet haben:
- an die Vielen, die an dieser Stelle ihr Interesse gezeigt haben
- an mein Team, dass mich auf dem Weg von Küste zu Küste toll unterstützt hat
- an alle in Deutschland, die geholfen haben, die Beiträge geleistet haben oder es (und mich) einfach nur ertragen mussten - diese geht besonders an meine Familie. Keine Angst - ich finde schon neue Ziele.

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Samstag, 19. Juni 2010
Endspurt
Appalachen vs. Kalli: 0 : 10
Die haben mich nicht geschafft - auch nicht zum schieben gebracht. Danke an das Triple. Ich bewundere jeden Einzelfahrer, der da drüber kommt.

Gestern konnte ich ein Stück mit Dr. Michael Nehls fahren. Der Mann ist unglaublich gut drauf. Ich war -sportlich - froh, als wir uns wieder getrennt haben - er hat mich fahren lassen und Gas weggenommen.
Gehe morgen zu seiner Ankunft.

Ich habe noch 234 Meilen - wird leider eine Nachtankunft.

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Freitag, 18. Juni 2010
Finale
Seit gestern bin ich richtig im Rennfieber. Das Schaffen ist keine so große Frage mehr - ist ja nur noch einmal Flensburg Rosenheim.

Leider haben wir eine Pechphase hinter uns. Penalty 2 wegen Nichtmeldung an Time Station - Wege nicht gefunden - verfahren - Ablösung kommt nicht.

Die geprellte Rippe von Armin wird ignoriert - die drei anderen Fahrer sind auch ziemlich fit. Wir kriegen jetzt "Endzeit-Adrenalin".

Ab jetzt wechselt das Team alle 3 Stunden - also Ruhezeiten werden verkürzt. In diesen 3 Std. fährt jeder 6 mal - das aber volle Kanne. Dies ist wirklich ein Rennen - keine Radtour.

Wir werden das Rennen wohl in 7 Tagen u. ca. 6 Stunden beenden. (Hubert liest du dies auch????)

Wir überholen jetzt immer wieder Einzelfahrer. Wir sind beeindruckt - die meisten von denen sind aber ziemlich alle.

Wir brennen auf Annapolis - vorher aber noch die Appalachen.

Schickt Kraft und Schmerzfreiheit.

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Donnerstag, 17. Juni 2010
Greenville Illinois
Noch 915 Meilen.

Heute Nacht - Unwetter. Team 2 musste abbrechen und 1 Std. warten - dann in den Camper.

Mein Partner Armin ist gestürzt - Schürfwunde und geprellte Rippen - geht aber weiter.

Jetzt gibt es Pizza.

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Es riecht nach Finale
Heute Nacht bin ich über den Missouri gefahren. Keine 1000 Meilen mehr.
Das heißt:
Nur noch 2 Nächte (im Camper riecht es wie im Pumakäfig).
Es wird ein Ergebnis unter 8 Tage - und besser wie bei Hubert in 2009.
In der Nacht ging es durch grüne Wälder. Viele Augen schauten mich an. Mit Pumas müsste ich mich verstehen - s.o..
Es regnet. Die Stimmung ist gut. Die Beine schwer.
Die Appalachen liegen noch vor uns - oh oh.

Freue mich auf Annapolis und auf Deutschland.

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Mittwoch, 16. Juni 2010
Eure Fragen:
Die Zeitstrafe gab es für ein überfahrenes Stopp-Schild - war ich nicht.

Das Triple hat schon geholfen - die große Stunde kommt aber in den Appalachen.

Im Moment: 1598 Milen gefahren - 1406 kommen noch.

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RAAM Aktuell
Endlich mal wieder Netz. Die Amerikaner können zum Mond fliegen .... mit Telefon- und Internet Netzen haben sie es nicht so.

Mitten in der dritten Nacht "durfte" ich den letzten Peak der Rockies machen - es war schweinekalt und tat so weh.

Der Tag gestern war dafür hammerheiß. Die kleinen Orte an denen wir manchmal wechseln sind eher trostlos.

Gestern Abend habe ich die Markierung der Hälfte überfahren. Wir haben für die gut 1500 Meilen 82 Stunden und 20 Minuten gebraucht. Wir sind sehr zufrieden.
In der nacht hat einer unserer Camper den ersten Einzelfahrer überholt - sah sch..... aus. Wir wohl nicht finischen.

Nach jetzt 4 Nächten steht fest - die eigenen Inhalte reduzieren sich: Fahren - essen - schlafen.

Es wird schwieriger etwas zum Essen zu finden. Ich scheine abgenommen zu haben. Im "Sitzbereich" zeigen sich die ersten sensibelen Stellen - aber noch nichts Schlimmes. (Übrigens: alles was isst, scheint nach Sixtus Gesäßcreme zu schmecken.)

Stehen gerade auf dem Parkplatz eines Walmarts. In 1 Stunden geht es wieder los. Weiter durch Kansas.

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Montag, 14. Juni 2010
After 2 Days
2 Tage und vor allem 2 Nächte liegen hinter uns. Wir sind mitten in den Rockies.
Mein Zustand ist so ähnlich wie am Ende eines Wochenendes mit viel Training - geht schon aber mit wenig Spritzigkeit.
Massagen, Studentenfutter u.ä. von Bio Gourmet (Danke) und Riegel von Holger (Danke) helfen.

Glücklicherweise kann ich bei jeder Gelegenheit so etwas ähnliches wie schlafen machen.
Heute morgen (4 Uhr OZ) war es schweinekalt - inzwischen hat es ca. 35 Grad.
Heute früh sind wir durchs Monument Valley - Grandios.

Im Moment stehen wir in Durango im Jail. Wir warten auf das andere Team und müssen dann unsere 15 Minuten Penalty absitzen.
Danach geht es für mich zum höchsten Punkt der RAAM - auf über 10.000 Fuß - ich freu mich schon (meine Beine auch.)

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Montag, 14. Juni 2010
Funkpausen
Leider fahren wir oft durch Gegenden ohne Funk Netz - dann kann ich auch nichts schreiben.

Gerade sind wir einkaufen in Prescott.
Wünscht mir eine gute Nacht

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Unser Team

4 Radfahrer werden von 9 Helfern betreut, gecoacht, gehetzt, bekocht. Meist liebevoll streng. Kalli geh aus der Sonne - Kalli iss - Kalli trink - Kalli schlaf. Wie bei Muttern.
Je 2 Radfahrer wohnen in einem Wohnmobil. Das Pacecar fährt immer hinter dem Radfahrer und beschützt ihn vor den Autos und ggf. Hunden.

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Der erste Tag
Die RAAM läuft seit 23 Stunden. Die erste Nacht ist überstanden.

Das war der Blick heute morgen auf die Rockies.

Wir haben rund 500 Meilen von 3000 geschafft und besteigen die Rocky Montains - das tut weh.

Wir sind nicht unzufrieden. Wir wechseln recht intelligent und fühlen uns recht gut. Der eine oder andere Fahrer, den wir überholen, macht bereits einen angeschlagenen Eindruck.


Die Landschaft ist atemberaubend. Gestern Abend bin ich eine Abfahrt von 4000 Fuß runter - man darf gar nicht hinschauen - Ausblick so weit das Auge gucken kann. Wenn der Biker es bei 75 km tut, wird es in der nächste Kurve eng.

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Es geht los
14:00 Ortszeit Start.
200 Fahrer aufgereiht wie bei der Formel 1 - tolle Stimmung.

Die amerikanische Hymne von einer Sängerin live gesungen - Gänsehaut pur.
Dann gings los. Ich war der zweite Fahrer unseres Teams - 4 überholt - 1 musste ich schlucken.

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Samstag, 12. Juni 2010
Der Countdown läuft
In wenigen Stunden ist es soweit ...
Gestern Teambesprechung - alle Bekloppten in einem Raum - ein Glück - man hat uns wieder rausgelassen.

Am Abend (unserem) das versprochene Steak - Steak mit Lobster (einem Ganzen) - Danke Hubert.

Jetzt kommt Hotel räumen - letztes schrauben an den Rädern - dann ab zum Start.
Ich fahre mit meinem Partner (Armin) die erste Sequenz - also von 14.09 Uhr bis 18:00 Uhr (ca.)

Übrigens: Heute sollen es bis 50 Grad werden.

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Samstag, 12. Juni 2010
Noch 24 Stunden
Der Countdown läuft. Nach deutscher Zeit geht es am Samstag um 23:09 Uhr los - bei uns 14:09 Uhr - Race Time 17:09 Uhr - etwas kompliziert.

Heute war technische Abnahme der Räder, der Fahrer und der Fahrzeuge - und der offizielle Fototermin. Um 17.00 Uhr (Westcoasttime) folgt jetzt noch die Fahrerbesprechung.

Die Teams lieben sich untereinander. Die Stadt liebt uns auch. Konkurrenzgedanken gibt es - wenn überhaupt - nur bei der Crew - die müssen ja auch nicht ab morgen die Berge hoch radeln.

Nach 3 Tagen Fastfood freuen wir uns heute auf ein Steak - vermutlich das letzte für 8 Tage.

Ach übrigens - für Colorado ist Schneesturm angekündigt (kein Witz). Aber wir hätten es auch nicht einfach haben wollen.

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Angekommen
Endlich in Oceanside
27 Stunden von der Haustür bis zum Hotel.
Flugzeug kaputt - Anschlussflüge weg - eifrige Zöllner - das volle Programm.

Hier riecht es nach RAAM: die Frauen und die 60 jährigen sind seit Mittwoch unterwegs - die Solo Fahrer seit Donnerstsag Mittag. Die meisten wollen wir noch einholen - ich kann es auch kaum glauben.

Am Hotel verschiedene andere Teamfahrzeuge.

Morgen technische Abnahme - dann lockeres einfahren.

Spannung und Anspannung steigen.

Bis morgen

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Sonntag, 6. Juni 2010
Das Arbeitsgerät
Das ist mein Begleiter quer durch Amerika.

Centurion Gigadrive 4200 - Dank an Centurion fürs leihen.

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RAAM - das große Abenteuer

Am 12.06. ist es soweit:

14 Jahre gekannt
vor 1 Jahr entschieden
9 Monate vorbereitet (eigentlich mein Radfahrerleben lang)

ich starte bei der RAAM - dem längsten und härtesten Radrennen der Welt.

Für all die Freunde und Bekannte, die immer wieder fragen:
Wie kann man Neuigkeiten erfahren?
Kommt da was im Fernsehen?
- natürlich nicht. Das Fernsehen berichtet nicht über
eine Gruppe Geschädigter.

.... will ich versuchen - wenn meine Verfassung es zulässt - an dieser Stelle Eindrücke und Erlebnisse und den aktuellen Zustandsbericht zu veröffentlichen.

Ergebnisse kann man verfolgen über:

http://www.raceacrossamerica.org/raam/rcrank.php

Das sind die offiziellen RAAM Seiten.

Mein Team hat die Nummer 407 - Equipe Schwarz


Also drückt mir die Daumen.

Kalli

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